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St. Margarethens Turm in Kalha saniert

Der nächste Bauabschnitt in der Kahlaer Stadtkirche ist abgeschlossen. Die Kirchgemeinde setzt vieles daran, das Gotteshaus zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" 2017 würdig zu präsentieren.

von Annett Eger; OTZ 10.11.2011

Kahla. Wenn 2017 das Jubiläum "500 Jahre Reformation" gefeiert wird, soll sich auch Kahlas Stadtkirche "St. Margarethen" würdig präsentieren.

Die Sanierung jedenfalls sei auf einem guten Weg, ist Pfarrer Matthias Schubert zuversichtlich. In dieser Woche wird die Rekonstruktion des Kirchturmes abgeschlossen. Gut ein halbes Jahr haben Mitarbeiter der Preuße und Rätsch GmbH aus Weimar gearbeitet. Ein gutes Zeugnis bekamen sie jetzt von Architekt Harry Goglin ausgestellt, dessen Geraer Büro seit Jahren die Bauplanung- und betreuung der Kirche leitet. Das Unternehmen habe Fachkompetenz bewiesen, sagt Goglin und berichtet davon, dass es für die Sanierung eigentlich schon zwei Minuten nach zwölf gewesen ist. Das Mauerwerk war durch Umweltschäden in einem sehr schlechten Zustand. Viele Steine waren ausgewaschen und zersetzt. "Einige Bauteile waren gespalten, so dass die Gefahr bestand, dass sie abbrechen und jemanden erschlagen könnten. Eine Komplettsanierung war unumgänglich", sagt Harry Goglin.

In den vergangenen Wochen und Monaten sind deshalb u. a. beschädigte Steine ausgetauscht oder teilweise ergänzt worden. Die gesamte Fassade erhielt neue Fugen. Vernadelt wurden außerdem die innere und äußere Turmschale, bevor die komplette Turmhülle gereinigt wurde. "Hier haben wir das Maximum herausgeholt. Mehr geht nicht, sonst würden die Steine an Festigkeit verlieren", erklärt Brit Gochmann vom Goglin-Büro und zeigt auf Steine, die trotz Reinigung eine dunkle Oberfläche behalten haben. Gleichzeitig verweist sie auf die nun deutlich sichtbaren Öffnungen im Kirchturm. "Das sind Zangenlöcher. Sie dienten einst als Hilfsmittel, um Steine anzuheben", erklärt die Architektin. Verblecht wurden die rekonstruierten Gesimse. Sie sollen nun dafür sorgen, dass das Wasser abgeführt und die Steine somit an ihrer Oberfläche geschont werden.

Als Kraftakt beschreibt Pfarrer Schubert die Finanzierung, die mit insgesamt 248 000 Euro zu Buche schlägt. Ein Kraftakt, weil viele Partner ins Boot geholt werden mussten. Neben der Landeskirche, dem Denkmalamt ist auch Geld über das Programm der Städtebauförderung geflossen. Die Kirchgemeinde und der Kirchbauverein haben ebenfalls einen großen Beitrag zur Finanzierung geleistet, sagt Schubert. Letztere sind auch bei den zwei nächsten Bauvorhaben gefragt. Erneuert werden müssen noch die Fenster und die Tür des Turmes. Schubert geht von Kosten in Höhe von 10 000 Euro aus. Willkommen sei da die Finanzspritze von 3600 Euro, die aus dem Lottomitteltopf des Landes floss.

Jetzt werden Gerüste an der Südseite der Kirche aufgestellt. Wie der Pfarrer informiert, sind Dachbalken über dem Seitenaufgang zur Empore weggefault und müssen ausgetauscht werden. Da der Weg als Fluchtweg gilt, ist Eile geboten. Am 17. Dezember will hier die Johann-Walter-Kantorei Bachs Weihnachtsoratorium erklingen lassen, kündigt Dr. Maren Hellwig vom Gemeindekirchenrat an.

Der Wunsch ist groß, 2013 mit der Sanierung des Kirchenschiffes fortzufahren, hieß es.

Quelle: OTZ 10.11.2011