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Natursteine ersetzen Tafeln zwischen Tiefurt und Kromsdorf

Die grünen Tafeln entlang des Maria-Pawlowna-Promenadenweges zwischen Tiefurt und Kromsdorf wurden durch zehn massive Natursteine mit Goethe-Inschrift ersetzt. Die Weimarer Firma Preuße & Rätsch stiftete die neue Wegmarkierung im Wert von rund 5000 Euro, die nun zugleich diebstahlsicher ist.

von Jens Lehnert; TA 10.05.2012
 
Kromsdorf. Zehn grüne Tafeln, die allesamt Goethe zu Wort kommen lassen, säumten bislang auf Eichenpfähle montiert den Maria-Pawlowna-Promenadenweg zwischen den Schlössern von Tiefurt und Kromsdorf. Die Großherzogin selbst war es, die schon 1822 den Wunsch nach diesem rund zwei Kilometer langen Pfad hegte, um trockenen Fußes vom einen zum anderen Schloss zu gelangen. Tatsächlich angelegt wurde er erst im Jahr 1879 und seinerzeit "Herrenweg" genannt.

Wolfgang Knappe rief diese Promenade 1998 ins Gedächtnis zurück. Fortan trug sie den Namen Maria Pawlownas und erhielt zudem eine Ausschilderung, die um Goethe-Zitate ergänzt wurde - wenngleich der Geheimrat nur ein einziges Mal verbrieft auf Schloss Kromsdorf weilte. Die Tafeln am Wegesrand teilten seither jedoch ein leidiges Schicksal. Einige wurden zur Trophäe von Langfingern. Andere fielen Randalierern anheim und trieben mitunter sogar in der Ilm.

Tillmann Boldt und Tobias Naundorf setzten dieser Unzulänglichkeit nun ein Ende. Boldt, der selbst in Kromsdorf lebt, ist Mitarbeiter der Weimarer Firma Preuße & Rätsch (früher Dreikant). Zu deren zehntem Firmenjubiläum im Jahr 2010 regte der Kromsdorfer in seinem Unternehmen an, dem Promenadenweg zu einer neuen, diesmal beständigeren Beschilderung zu verhelfen. Da zur Firmengruppe auch eine Tochter gehört, die sich auf Naturstein-Restaurierung spezialisiert hat, manifestierten sich die Pläne schließlich in Stein. In dem Bad Frankenhausener Tobias Naundorf, Steinmetzmeister bei Preuße & Rätsch, fand Tillmann Boldt einen Verbündeten für das Vorhaben.
 
Sie ersetzten die zehn alten Schilder durch ebenso viele Steinblöcke aus Seeberger Sandstein jeder mehr als 100 Kilogramm schwer. Nimmt man die Betonsockel hinzu, auf dem sie ruhen, wiegen die Monumente jeweils gut und gerne 300 Kilo. Damit sind sie zumindest diebstahlsicher. Die Steine tragen überdies jene aus Goethes Feder stammenden Inschriften, die sich zuvor bereits auf den Tafeln fanden.

Summiert, lässt sich die Spende von Preuße & Rätsch auf ungefähr 5000 Euro beziffern. Für die vorab nötigen Schachtarbeiten hatte die Gemeinde Kromsdorf zudem 500 Euro beigesteuert. Die Sockel sollen nun noch mit Efeu begrünt werden. Darüber hinaus trägt sich die Gemeinde mit dem Gedanken, entlang des Weges Papierkörbe aufzustellen.

Die alten Schilder, von denen es noch neun gibt, sollen auf ihre alten Tage ebenfalls noch einen guten Zweck erfüllen. "Wir überlegen, ob wir sie zu Gunsten unseres Sportgeländes versteigern. Immerhin sind sie ein Stück Kromsdorf", sagte Bürgermeister Gunter Braniek