PRESSESTIMMEN

Die "Europa-Brücke" bei Mittelstreu Nord

Historische Rundbogenbrücke nach aufwendiger Sanierung wieder für den Verkehr freigegeben.

von Egon Klöhr; Mainpost 16.04.2012

 

Für die Mittelstreuer war es ein Festtag: Am Freitagnachmittag strömten die Bürger zur feierlichen Einweihung der Brücke über die Streu, die nach rund einjähriger Generalsanierung fertiggestellt wurde. Die Brücke verbindet nun die nördliche Ortsausfahrt mit der Umgehungsstraße. Die Maßnahme war zugleich der Abschluss der zum 12. November 2010 eingeweihten Ortsumgehung von Mittelstreu – das Tüpfelchen auf dem i.

Die Bogenbrücke aus Naturstein gehört zur ältesten Konstruktionsform von Brücken und ist in werktechnisch hoher Qualität aus gelbem Sandstein errichtet. Der Mittelpfeiler ist mit Kanzeln und Vorlagen ausgestattet. Die Kanzeln tragen zwei Brückenheilige aus dem Barock, und zwar eine frühe Nepomukstatue aus dem Jahr 1719 und eine Kilianstatue von 1787.

Nachdem sich die Gemeinde nach Einschaltung der zuständigen Fachbehörden und Gesprächen mit der Denkmalschutzbehörde letztlich darauf geeinigt hatte, die bestehende Brücke zu erhalten und von Grund auf zu sanieren, war klar, dass auch die beiden Brückenheiligen in die Renovierung einbezogen werden müssen. Erst Mitte der vergangenen Woche waren die Brückenheiligen wieder an ihren angestammten Plätzen aufgestellt worden.

Das Festprogramm eröffnete Bürgermeister Matthias Liebst mit einem kurzen Rückblick auf die von Höhen und Tiefen geprägte, rund acht Jahre andauernde Planungszeit für die Umgehungsstraße. Erst nach Bau eines Teilstücks der Staatsstraße 2245 zwischen Ober- und Mittelstreu durch das Staatliche Bauamt sowie dem Bau eines Geh- und Radweges auf der Trasse der ehemaligen B 19 und dem Verkehrskonzept im Gänserasen konnte die Nepomukbrücke, wie sie im Volksmund genannt wird, saniert werden. Zu dieser Zeit war das Bauwerk bereits mit einer Notsicherung versehen worden. Die Sanierung dauerte rund ein Jahr. Nun sind die Mittelstreuer froh, dass die Arbeiten an der Brücke beendet sind und die nördliche Zufahrt ins Dorf frei ist.

Bürgermeister Liebst lobte in diesem Zusammenhang Baudirektor Manfred Rott und seine Mitarbeiter vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt, die das Brückenbauprojekt von Beginn an begleitet hatten. Rott bezeichnete die Brücke als ein herausragendes Werk, das sich nun in einem hervorragenden Zustand präsentiere. Obwohl man nicht ganz ohne Kompromisse ausgekommen sei, ist die Gestaltung seiner Meinung nach sehr gut gelungen.

Landrat Habermann bezeichnete die Brücke als „historisches Bauwerk“, nicht zuletzt, weil an dem Projekt auch Fachleute aus Thüringen mitgearbeitet haben. Deshalb könne man die neue Brücke durchaus „Europa-Brücke“ nennen.

Altbürgermeister und Ehrenbürger Stefan Ledermann, der in seiner Amtszeit ein großes Maß an Arbeit rund um die Ortsumgehung zu bewältigen hatte, freute sich bei der Einweihung der Brücke ebenso wie Peter Schmitt, der ehemalige Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt, dem Matthias Liebst für seine von großer Sachkenntnis getragene Mitarbeit dankte. Er hoffe, so sagte Bauunternehmer Christoph Preuße von der thüringischen Baufirma Preuße und Rätsch, dass er und seine Mitarbeiter solide Arbeit geleistet haben und die Brücke dem Sturm der Zeit lange standhält.

Für die zum Brückenfest zahlreich versammelten Bürger und Gäste war bei der anschließenden Feier bestens gesorgt. Die örtlichen Vereine sorgten für die Bewirtung und die Trachtenkapelle Mittelstreu für zünftige Unterhaltung.

Quelle: Mainpost 16.04.2012