Verpressanker

Ein Verpressanker, auch vorgespannter Anker bezeichnet, ist ein Einbauelement, das eine aufgebrachte Zugkraft auf eine tragfähige Schicht im Baugrund überträgt.

Er besteht aus einem stählernen Zugglied, das in einem Bohrloch eingebaut ist. An einem Ende im Baugrund ist dieses durch eingepressten Zementmörtel, den sogenannten Verpresskörper, verankert. Am anderen Ende wird über einen Ankerkopf, der von der zu verankernden Konstruktion gehalten wird, vorgespannt, d.h. eine Zugkraft in das Zugglied eingeleitet.
 
Verpressanker werden bei Boden und Fels verwendet. Im Spezialtiefbau dienen sie beispielsweise zur rückwärtigen Abstützung von Baugruben und Sicherung von Bodenplatten gegen Auftrieb.
Ein herkömmlicher Verpressanker besteht aus dem Ankerkopf, dem Zugglied, meist Spannstahl, und dem Verpresskörper um das Ende des Zugglieds. Über ein aufwendiges Spann- und Prüfsystem kann die jeweilige Krafteinbringung kontrolliert werden.
 
Das Verfahren ist in Deutschland in der DIN EN 1537 technisch genormt und besitzt eine Allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung. Die Kraftübertragung erfolgt über den Mantel des Verpresskörpers in den Baugrund und ist auf die Verspannung des Verpresskörpers im Baugrund zurückzuführen.
 
Unterschieden werden Daueranker (bzw. permanente Anker) und Kurzzeitanker (bzw. temporäre Anker).
 
Permanente Verpressanker dienen einer Verankerung mit einer Nutzungsdauer von mindestens 100 Jahren. Sie müssen einen dem entsprechenden Korrosionsschutz besitzen. Oft ist eine permanente Überwachung der Kraft im Zugglied erforderlich.
 
Temporäre Anker dürfen im Regelfall nur maximal zwei Jahre in Gebrauch sein.
 
Als Zugglied stehen Litzenanker und Stabanker zur Auswahl.

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